Mac im Unternehmen: “Es gibt viele gute Gründe!”

26.2.2013 von
 

Die Begeisterung der Menschen für das iPhone und das iPad hat Apple den Weg in die Unternehmens-IT geebnet. Marktforscher sagen Mac und Co. eine große Zukunft im Businessumfeld voraus – und IT-Verantwortliche beginnen, Vorurteile abzubauen und die Vorteile von OS X und iOS zu schätzen.


Apple in Unternehmen – noch vor wenigen Jahren war das für IT-Verantwortliche kein Thema. Windows und andere Systeme beherrschten den Unternehmensalltag und die Software-Entwicklung. Macs galten allenfalls als Schreibtischzierde in Werbeagenturen und Arbeitswerkzeug von Kreativen. Diese Haltung hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend geändert. iPhone und iPad haben die mobile Kommunikation neu definiert und einen bisher nicht existenten Markt erschlossen. Die von Steve Jobs, dem 2011 verstorbenen Apple-Mitgründer, ausgerufene Post-PC-Ära hatte begonnen.

Apple wächst gegen den Trend

Anfang des Jahres haben die Marktforscher von Forrester Research traditionell ihren Jahresbericht und die Prognosen zum klassischen PC-Markt veröffentlicht. Dieser wies im Jahr 2012 kein Wachstum auf. Anders Apple: Der Hersteller aus Cupertino konnte mit seinen Macs und iPads kräftig wachsen, auch im Unternehmensumfeld. Dabei fasst Forrester sowohl die Umsätze mit PCs und Notebooks als auch mit Tablets in das PC-Segment zusammen. Auf für die Zukunft sieht es gut aus: Für das laufende Jahr prognostiziert Forrester, dass Apple weltweit Macs im Wert von 7 Milliarden US-Dollar und iPads im Wert von 11 Milliarden an Firmen verkaufen wird. 2014 sollen es Macs und iPads im Wert von jeweils 8 und 13 Milliarden Dollar sein.

Für die guten Absatzprognosen sprechen vor allem zwei Gründe: Zum einen wollen die Unternehmen Chancen durch Cloud Computing und die Mobilisierung von Mitarbeiter-Identitäten nutzen; zum anderen wollen die Mitarbeiter im Job nicht auf den Komfort ihres privaten iPhones und iPads verzichten. Das Schlagwort Bring your own Device (BYOD) steht ganz oben auf der Liste der IT-Verantwortlichen. Apple habe durch das iPad diese Trends beflügelt und liefere zugleich momentan die besten Tablets, so Forrester.

iPhone und iPad als Türöffner

Apple hat eindeutig einen Paradigmenwechsel eingeleitet. Noch in den 1990ern fanden Innovation und Fortschritt zunächst im professionellen IT-Umfeld statt. Heute setzt der Markt für Endverbraucher immer neue Maßstäbe. Sowohl das iPhone und das iPad waren primär für den Endkunden konzipiert, wurden aber binnen kurzer Zeit zur ernsthaften Konkurrenz für bewährte Business-IT-Lösungen. Man spricht bei diesem Wandel von der Consumerization der IT.

Die Consumerization hat noch einen weiteren Vorteil für Apple. Laut Marktforschungsunternehmen Gartner nehmen Firmen zwar mehrheitlich iPhones und iPads von Apple an, zögern aber noch bei Mac-Systemen und Laptops. Das werde sich aber ändern, da Apple auch zukünftig den Ansatz verfolgen wird, Macs zunehmend mit iOS-Merkmalen auszurüsten, so Analyst David Mitchell Smith. “Das trägt zur Akzeptanz von Macs in Unternehmen bei.” Laut Gartner werde Apple 2014 von der Unternehmens-IT in gleichem Maße akzeptiert sein wie Microsoft.

Vorteile kennenlernen

Und doch ist die Migration zum Einsatz von Mac und Co. für Unternehmen und Organisationen mit Herausforderungen verknüpft, die zum großen Teil immer noch auf Vorurteilen beruht: zu teuer, zu wenig Software, zu unflexibel. Die Vorteile und die Intergrationsfähigkeit sind vielen erst auf dem zweiten Blick bewusst. Neben der intuitiven Bedienung sowie der wegweisenden Kombination von Design und Leistung sprechen auch noch andere Gründe eine Rolle. Robert Sidor, Leiter der B2B-Abteilung des Apple Premium Resellers mStore, fasst die drei wichtigsten zusammen:

“1. Der Mac arbeitet bestens mit anderen Systemen zusammen. Die meisten auf PCs üblichen Dateien wie PDFs, JPEGS und Word-Dokumente lassen sich ohne  Probleme mit einem Mac oder mobilen Apple-Gerät öffnen und bearbeiten. Ein nahtloser Datenaustausch mit Kunden ist gewährleistet.

2. Ein großer, und für die Unternehmens-IT bedeutender Vorteil: Anders als beim PC ist die Zahl der Viren überschaubar. Zudem verfügt der Mac über eine Menge fortschrittlicher Techniken, die vor Viren und Malware schützen und eine sichere Online-Aktivität gewährleisten.

3. Backups sind für ein Unternehmen essenziell, oft aber recht aufwändig. Anders beim Mac: Die in OS X eingebaute Software Time Machine erstellt automatisch Sicherheitskopien. Falls etwas Datei aus Versehen gelöscht wurde, lässt sich alles einfach wiederherstellen.”

Apps und Lösungen für jeden Bedarf

Das Vorutreil, es gäbe zu wenig Software für den Mac, um diesen in einem Unternehmen zu betreiben, hält sich hartnäckig. Letztlich kommt es jedoch – ebenso wie beim Einsatz von Windows-PCs – entscheidend darauf an, den Software-Bedarf am einzelnen Arbeitsplatz genau unter die Lupe zu nehmen. Die Anforderungen sind extrem unterschiedlich, Verallgemeinerungen schwierig. Zum Standard gehören sicherlich Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentationstool. In einer reinen Mac-Umgebung sind die iWork-Module Pages (iTunes-Link) und Numbers (iTunes-Link) gefragt. Als starke Alternative zu Microsofts PowerPoint steht Keynote (iTunes-Link) für Präsentationen zur Verfügung. Wer dagegen in gemischten Umgebungen arbeitet, kann wie gewohnt auf Microsoft Office setzen, das es mit gleicher Funktionalität in den wichtigen Modulen auch für Mac gibt. Gleiches gilt für die kostenfreien Alternativen OpenOffice beziehungsweise LibreOffice.

Etwas anders sieht es aus, wenn es um die Finanzbuchhaltung oder andere betriebswirtschaftliche Software geht. Noch scheuen viele Anbieter den Aufwand, die Anwendungen auf den Mac zu portieren. Eine umfassende Lösung, die sowohl Mac- wie auch Windows-Nutzer bedient, ist Topix. Dabei handelt es sich um eine Rundum-Unternehmenssoftware, die mit verschiedenen Lizenzmodellen sowohl kleine als auch mittlere Unternehmen mit mehreren 100 Mitarbeitern adressiert. Zudem gehen im CRM-Bereich (Customer Relation Management = Kundenbeziehungsmanagement) immer mehr Lösungen dazu über, eine webbasierte Realisierung anzubieten, die entsprechend plattformunabhängig ist.

Aber selbst wenn eine spezielle Software-Lösungen – etwa die Praxisverwaltung des Arztes oder eine besondere Maschinensteuerung – nur für Windows realisiert wurde, ist das kein Hindernis für den Einsatz von Mac im Unternehmen. Dank leistungsfähiger Hardware kann diese Klippe leicht umschifft werden. Über die in OS X enthaltene Software BootCamp lässt sich Windows XP, Windows Vista, Windows 7 oder 8 auf dem Mac ausführen. Mit Drittanbietersoftware, zum Beispiel von Parallels, ist es sogar möglich, OS X und Windows gleichzeitig nebeneinander zu verwenden. Zudem sind die meisten Druckertreiber in OS X integriert, sodass auch einer gemeinsamen Nutzung eines Netzwerkdruckers nichts im Wege steht.

Apple kommt

“Es gibt viele gute Gründe, auch einen Mac bei der Arbeit zu nutzen”, so Robert Sidor. “Vor allem das iPad mit seinem fantastischen Retina Display, den großartigen Business-Apps und den ultraschnellen mobilen Daten ist für geschäftliche Routineaufgaben inzwischen sicher unverzichtbar: ganz gleich, ob es um Präsentationen, Analysen, die Kundenverwaltung oder andere Aufgaben geht.”

Über 300.000 Apps gibt es mittlerweile, die speziell für das iPad entwickelt worden sind. Darunter auch unzählige Businessanwendungen wie beispielsweise Orderbird, ein umfassendes und kostengünstiges iPad-Kassensystem für die Gastronomie. Oder Roambi, ein Tool das Berichte und Diagramme der geschäftlichen Leistungsdaten grafisch aufbereitet.

Als weiteres Verkaufsargument bietet Apple das iPad der vierten Generation mit Retina-Display seit Anfang des Jahres auch in einer 128-Gigabyte-Version an (mStore-Link), um seinen Einfluss auf die Geschäftswelt zu erhöhen. Derzeit nutzen nahezu alle Unternehmen der Fortune-500-Liste sowie über 85 Prozent der Global-500-Liste iPads. Von der Speichererweiterung profitieren alle, die regelmäßig große Datenmengen wie 3D-CAD-Dateien, Röntgenaufnahmen, Film-Bearbeitungen, Musiktitel, Projektentwürfe, Schulungsvideos und Service-Handbücher nutzen.

Apple hat sich gerade auf dem Tablet-Markt einen wertvollen Vorsprung erarbeitet. Zwar stoßen laut Gartner auch neue mobile Angebote wie Windows 8 bei Firmenanwendern auf großes Interesse – allein schon wegen der etablierten Geschäftsbeziehungen zu Microsoft. Es gebe aber keinen Schub durch Mitarbeiter, die begeistert ihre privaten Endgeräte an den Arbeitsplatz brächten, wie es bei Apple der Fall ist.




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