WSJ bestätigt Gerüchte: Was ist dran am Billig-iPhone?

9.1.2013 von
 

Werden aus Gerüchten Tatsachen? Zumindest verlässt das ominöse iPhone mini bzw. Billig-iPhone gerade die Sphären von Analystenberichten und Digitimes-Mutmaßungen: Das Wall Street Journal will in Erfahrung gebracht haben, dass Apple an einem günstigeren iPhone arbeitet. Zu einem Zeitpunkt, an dem die Konkurrenz stärker denn je erscheint.


Erstmals werden die Informationen zum Aussehen eines solchen Low-End-iPhones spezifischer: Ein preiswerteres Modell würde demnach dem regulären iPhone ähneln. Das Gehäuse soll jedoch aus einem weniger teuren Material bestehen. Laut dem Wall Street Journal könnte Apple eine Ummantelung aus Polycarbonat anstelle von Aluminium verwenden. Um den Preis gering zu halten, würden Komponenten teils vom High-End-Produkt übernommen, teils von früheren Modellen recycelt.

Insider berichten, dass sich der Konzern aus Cupertino planungstechnisch an einem Punkt befindet, an dem einer Produktion nichts mehr im Weg stünde. Ob Apple das Gerät auf den Markt bringt, ist natürlich noch unklar. Gerüchte kommentiert das Unternehmen nicht.

Konkurrenz wächst und wächst

Zwei neue iPhone-Modelle zur selben Zeit: Das wäre neu für Apple. Bislang vergünstigt das Unternehmen lediglich frühere Modelle, sobald die nächste iPhone-Generation in den Handel kommt. Es wäre nach dem iPad mini das zweite Mal, dass sich Apple eine Diversifizierungsstrategie von seinem Mitbewerbern abschaut. Apple ist fraglos empfänglicher geworden für Trends, seitdem Tim Cook den Konzern leidet. Keine schlechte Idee angesichts der wachsenden Konkurrenz aus dem Android-Lager.

Der Analyst Neil Mawston von Strategy Analytics ist sich sicher, dass Apple sein Angebot in diesem Jahr um ein preiswertes iPhone mini ergänzt. Als Grund nennt er, dass Samsung seinen Marktanteil bei den Smartphones weltweit immer weiter vergrößert. 2013 soll das südkoreranische Unternehmen schätzungsweise 290 Millionen Smartphones verkauft haben, Apple dagegen „nur“ 180 Millionen iPhones. Neben dem kleineren Bildschirm würde die Ausstattung eines iPhone mini auch an anderen Punkten (Prozessor, Speicher, Kamera-Auflösung) geringer ausfallen, damit der Preis niedriger ist.

Apple wär gut beraten, seine iPhone-Sparte zu diversifizieren, schließlich ist das Smartphone der größte Umsatzbringer der Kalifornier. Beinahe 50 Prozent der Einnahmen aus dem dritten Quartal 2012 stammen aus dem iPhone-Geschäft. Wenn Samsung neben dem S3 ein S3 mini verkaufen kann, warum dann nicht auch Apple?

Preiswertes Gerät seit Jahren in Planung

Wie das Wall Street Journal weiter berichtet, plane man schon seit einigen Jahren die Einführung eines preiswerteren Smartphones – insbesondere für Schwellenländer und den Pre-Paid-Markt. Zuletzt hatte man sich allerdings dagegen entschieden, weil man Probleme im Fertigungsprozess befürchtete. Eine weise Entscheidung, zumal Apple wegen der hohen Nachfrage beim iPhone 5 kaum mit der Produktion hinterher kam.

Doch die Zeiten haben sich geändert: Aus einer Option ist eine Notwendigkeit geworden. Während Apple mit seinem iPad weiterhin den Tabletmarkt dominiert, hat Samsung mit seiner Smartphone-Armada Cook und seinem Team längst den Rang abgelaufen. Der Anteil an den weltweiten Smartphone-Verkäufen ist über die Jahre auf rund 15 Prozent gesunken. Die iPhone-5-Verkäufe sind in diese Zahlen noch nicht miteingerechnet, allerdings hat Samsung erneut ein Rekordquartal hingelegt. Apple muss sich sputen, ein zweites iPhone wäre ein erster guter Schritt hin zu mehr Konkurrenzfähigkeit.




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