Phoenix zeigt “Apple Stories”: TV-Doku auf den Spuren des iPhones

18.1.2013 von
 

Ein Produkt für die erste Welt aus der dritten Welt: Diesem Konflikt rund um das Kultobjekt iPhone ist der TV-Autor Rasmus Gerlach für seine “Apple Stories” nachgegangen. Dafür verfolgte er das Smartphone von Hamburg über Ruanda und Hongkong nach Shenzhen und Kairo. Phoenix zeigt die Dokumentation in Kürze.


Der Gegensatz könnte krasser nicht sein zwischen dem Spektakel bei der Eröffnung des Apple Stores am Jungfernstieg und den Arbeitsbedingungen in den düsteren Zinnminen in Ruanda und den sterilen Fertigungshallen der Apple-Hersteller in China.

Stationen seiner Reise sind u.a. die Zinnminen Ruandas, wo die Rohstoffe für das iPhone gewonnen werden, die Produktionshallen des Apple-Zulieferers Foxconn und der Hamburger Apple-Store, wo das iPhone an die Endkunden verkauft wird.

In der Mitteilung zur prämierten Doku heißt es:

“Am Ende der Lieferkette steht in Hongkong Debbie Chan, die mit ihrer Aktivistengruppe gegen die skandalösen Arbeitsbedingungen beim Apple-Zulieferer Foxconn protestiert. Die Arbeiter werden so unter Druck gesetzt, dass die Selbstmordrate Schlagzeilen machte. Dem Filmteam gelingt es sogar, Zugang zu einem Produktpiraten in der chinesischen Provinz zu bekommen. Wanderarbeiter kopieren dort unter strengster Geheimhaltung iPhones.”

Rasmus Gerlach ging es bei “Apple Stories” um den gesamten Produktionsprozess. Er begleitet einen afrikanischen Geologen, der als Arbeitschutzbeauftragter scheinbar vergeblich gegen Flip-Flops im Schacht und fehlende Helme ankämpft.

Er trifft Wissenschaftler aus Hannover, deren Ziel es ist, mit einem „geologischen Fingerabdruck“ die Spur von auf dem Weltmarkt heiß begehrten und für die Handyproduktion notwendigen Mineralien nachzuverfolgen. Schmugglern soll so das Handwerk gelegt werden. Denn durch das lukrative Geschäft mit den Mineralien finanzieren sich die Bürgerkriegsparteien im Kongo. Der Autor ist auch mit dabei, wenn chinesische Händler Säcke voller Zinnsteine kaufen, ohne überhaupt nach deren Herkunft zu fragen.

Letzten Endes könnte der Gegensatz nicht krasser sein zwischen dem Spektakel bei der Eröffnung des Apple Stores am Jungfernstieg und den Arbeitsbedingungen in den düsteren Zinnminen in Ruanda oder den sterilen Fertigungshallen von Foxconn in China.

Die Schattenseiten der High-Tech-Produktion treffen längst nicht nur auf das iPhone zu. Doch am erfolgreichsten Smartphone lässt sich die Geschichte nun einmal am besten erzählen. Gerlach tendiert durchaus dazu, die Arbeitsbedingungen in Foxconn mit Apple gleichzusetzen – ein Vergleich, der hinkt.

Dennoch ist die 84-minütige Reportage sehenswert, beleuchtet sie doch detailliert und weltumspannend den Fertigungsprozess eben jener Produkte, die wir uns doch so wünschen.

Phoenix zeigt “Apple Stories” am Samstag, den 23. Februar 2013, um 22.30 Uhr.

 




Keine News und Story auf m-magazin.net verpassen!

Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter, Pinterest
oder abonnieren Sie unseren YouTube-Kanal oder RSS-Feed!


Mehr zum Thema