Victoria’s Secret App: Engel für das iPad

27.12.2012 von
 

Das Dessous-Label Victoria’s Secret hat das iPad mit einer einfachen Formel im Nu erobert: schöne Mode für die Damen, schöne Frauen für die Herren. Wir haben für Sie in der App geblättert und dabei mehr als nur Models und Mode gefunden: nämlich smartes Marketing, gepaart mit einem iPad-optimierten Online-Shop.


Einmal im Jahr blickt die Modewelt auf die Victoria’s Secret Fashion Show. Dann präsentieren die Topgrößen der Branche die neue Kollektion des prominenten Dessous-Labels – begleitet von einem erstklassigen Starprogramm. Dieses Mal rockten Rihanna, Justin Bieber und Bruno Mars die Bühne, während die Star-Riege der Szene als Angels – so nennt das Label seine Models – über den Laufsteg schwebten: darunter Miranda Kerr, Adriana Lima, Doutzen Kroes oder Leonardo di Caprios Ex-Freundin Erin Heatherton.

Wunderschöne Frauen in verführerischen Posen und einem Hauch von Nichts um die Hüften sind eigentlich tabu für das Tablet aus dem kalifornischen Cupertino. Was den Stempel “nackt” oder “erotisch” trägt, wird von den Sittenwächern in Apples App Store eigentlich rigoros aussortiert. Eigentlich. Denn “Victoria’s Secret for iPad” ist die große Ausnahme, eine sündige rote Meile im sonst so prüden iLand.

Hier rekeln sich Top-Models im Querformat und geben ganz kostenlos Einblicke in ihr Arbeitsleben. Wer die Anwendung einmal installiert hat, merkt schnell, dass das Dessouslabel seinem Anspruch auch auf dem iPad gerecht wird: Alles sieht hochwertig aus, nichts wirkt billig oder anstößig. Die App hat Klasse.

Blick hinter die Kulissen
Das beginnt schon bei der Menüführung. Der Hintergrund besteht aus wunderschönen Schwarz-Weiß-Aufnahmen, horizontal lässt es sich durch die verschiedenen Kollektionen blättern. Auf Wunsch lädt die Anwendung einen Katalog aus dem Web, so bleibt die App selbst “schlank” und spart wertvollen Speicher auf dem Tablet. Gefällt ein Stück aus der Kollektion, springt die Anwendung in den Online-Shop. Nutzer können außerdem Teile aus dem App-Katalog direkt dem Warenkorb hinzufügen. So lässt es sich gemütlich weiterstöbern.

Im Menü “VS All Access” können Sie sich über neue Fotostrecken und kommende Events auf dem Laufenden halten. Während das weibliche Geschlecht vor allem das Shoppingsegement zu schätzen weiß, kommt der männliche iPad-Besitzer wohl eher bei den “Favorite Angels” auf seine Kosten. Hier findet sich zu jedem Top-Model, die beim Dessouslabel schlicht “Angels” heißen, ein Steckbrief. Die Schönheiten stellen sich vor lassen beim Making-of im Video auch hinter die Kulissen der legendären Modenschauen blicken.

Dem Label gelingt dabei ein genialer Mix aus Entertainment und gelungenem Marketing. Der Nutzer bekommt Hintergrundinformationen, ohne dass diese den Stempel “Werbung” tragen. Während viele Shopbetreiber ihren Auftritt lediglich an die Surfgewohnheiten am Tablet anpassen, geht Victoria’s Secret einen Schritt weiter und erweitert seine Markenwelt um einen Backstage-Pass in App-Form.

Inspiration ja, Kaufberatung nein

Damit gelingt dem Dessouslabel das scheinbar Unmögliche: Die Kunden kommen freiwillig. Denn sie kriegen einen interaktiven, aufwändig gelayouteten Katalog, der sich ständig neu erfindet und mit all seinen Zusatzfeatures für gute Unterhaltung sorgt. Deswegen hält sich die App auch schon so lange in den Download-Charts im App Store.

Wer nicht nur nach dem Aussehen den Warenkorb füllen will, sondern die feinen Stoffe lieber auf der Haut spüren will, findet in der App gleich auch einen Store-Finder. Kleiner Wermutstropfen: Deutsche Nutzer müssen weiterhin in den USA bestellen.

Zu den Versandkosten gesellen sich noch die Zollgebühren. Benötigt man Kaufberatung, wird einem die App nur bedingt weiterhelfen können, kann aber den “echten” Einkaufsbummel mit Anprobe nicht ersetzen. Die App macht das, was auch das Dessouslabel selbst macht: keine Mode, sondern ein Lebensgefühl zu verkaufen – Sexiness. Und das macht sie gut.




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