Australien plant die iPad-Universität

20.12.2012 von
 

Steve Jobs’ Traum wird wahr: Das iPad wird die Lernmaschine, die der Apple-Gründer immer in ihr sah. Zumindest an der Universität von Western Sidney. Die will im kommenden Jahr alle Studenten und Mitarbeiter mit iPad ausstatten. Von 11.000 Tablets ist die Rede.


Damit plant die Universität neue Lernmethoden für ihre Studenten ein. Lehrveranstaltungen sollen in den kommenden Jahren angepasst werden und verstärkt auf Interaktivität setzen, wie der Australian berichtet.

Die passenden Apps sollen von Mitarbeitern der Universität selbst entwickelt werden. Ergänzend will man auf dem Campus Lernmaterial online bereitstellen und Livestreams ermöglichen.

Es ist ein Ansatz, wie er Apple gefallen dürfte. Und das nicht nur wegen der geschätzten 3,5 Millionen Dollar, die die Anschaffung rund 11.000 Tablets kosten wird.

Der Konzern aus Cupertino war mit den Verlagen Pearson, McGraw Hill und Houghton Mifflin Harcourt bereits eine Kooperation eingegangen, um künftig naturwissenschaftliche Bücher im hauseigenen iBook Store anbieten zu können. Anfang des Jahres hatte man mit iBooks 2 eine App vorgestellt, die Lernen interaktiver machen soll.

Die App dient als virtuelles Bücherregal. Mit ihr können Schüler und Studenten im angeschlossenen iBookstore Bücher für Unterricht und Studium kaufen und verwalten.

In der neuesten Version unterstützt iBooks 2 auch die neuartigen Textbooks, die nicht nur Texte und Bilder, sondern auch interaktive Elemente wie Diagramme, Videos, Fragen mit Multiple-Choice-Antworten und bewegliche 3D-Objekte enthalten. In den Büchern lassen sich Stellen markieren und Notizen verfassen. Letztere wandelt die Anwendung automatisch in Lernkarten um.

Einfache Erstellung von Textbook

Textbooks kann jeder mit der neuen, ebenfalls kostenlosen App iBooks Author auf einem Mac erstellen. Mit dem auch ins Deutsche übersetztem Programm lassen sich in einem “What you see is what you get”-Editor Bücher unkompliziert layouten – inklusive interaktiver Elemente.

Der fertig gestaltete Lesestoff lässt sich direkt in den iBookstore einstellen und sobald der Autor Geld verlangt verdient Apple mit seiner kostenlosen Software. Als Alternative stehen immerhin noch die nicht interaktiven Formate PDF und TXT zur Verfügung, die sich auch auf anderen Geräten als dem iPad anzeigen lassen.

Deutsche Schulranzen bleiben schwer

In den USA hat Apple bereits die drei größten Schulbuchverlage – die nach eigenen Angaben 90 Prozent aller Titel anbieten – als Partner gewinnen können. Mit Preisen von bis zu 14,99 Dollar sind die digitalen Textbooks allerdings nicht günstiger als ihre gedruckten Ausgaben.

Zwar sind die Apps und das iPad auch hierzulande verfügbar, doch Apples Bildungsoffensive zielt bisher nur auf die USA ab. In Deutschland gibt zwar schon einige iPad-Klassen, doch bis sich digitale Schulbücher hier durchsetzen können, dürfte noch einige Zeit verstreichen.




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