LTE auf iPhone 5 und iPad mini: mit Highspeed durch den Tarifdschungel

24.12.2012 von
 

Schneller, teurer und rar gesät: LTE ist der mobile Surfstandard der Zukunft. iPhone 5 und iPad mini haben das ultraschnelle Internet schon an Bord. Aber welche Anbieter bringt auch das superschnelle Web zu Ihnen? Und was kostet es? Wir haben uns für Sie durch den Tarifdschungel gekämpft und verraten, ob sich LTE auch wirklich lohnt.


LTE, das ist die Kurzform von „Long Term Evolution“ und bezeichnet den Mobilfunkstandard der vierten Generation. Daher auch der Name 4G. Gedacht ist der UMTS-Nachfolger zur Breitbandversorgung im ländlichen Raum. Dort, wo bisher keine DSL-Leitungen verlegt sind. Die Netzbetreiber haben schon genug Lücken geschlossen, um LTE-Masten auch in den Großstädten aufbauen zu dürfen.

Auf dem Papier sind über das LTE-Netz gigantische Transferraten von bis zu 300 Megabit pro Sekunde (MBit/s) möglich. In Deutschland bewerben die Mobilfunkanbieter immerhin Höchstwerte von 50 und 100 MBit/s. Zum Vergleich: Eine normale DSL-Leitung über den Festnetzanschluss schafft bis zu 16 MBit/s – und selbst die bleiben meist nur ein Werbeversprechen.

Wie schon im UMTS-Netz teilen sich alle Smartphones und Tablets in einer Funkzelle die verfügbare Datenrate. Aber selbst, wer mit seinem iPhone oder iPad weit und breit der einzige Mobilfunknutzer ist, wird den theoretischen Höchstwert nur selten erreichen.


Wer bietet LTE überhaupt an?

Wer sich für sein iPhone 5 oder das iPad mini eine Sim-Karte mit LTE-Tarif zulegen will, sollte vorab eines bedenken: Weltweit stehen über 30 verschiedene Frequenzen für die 4G-Netze zur Verfügung. In Deutschland nutzen die Telekom, Vodafone und O2 vier von ihnen – E-Plus hat gar keine LTE-Lizenz ersteigert. Apple stellt das iPhone 5 und das iPad mini aber jeweils in drei verschiedenen Varianten her, die jeweils drei unterschiedliche Frequenzen unterstützen – von denen wiederum nur die mit 1,8 Gigahertz in Deutschland genutzt wird.

Nur die Telekom verwendet diese Frequenz – und nur in Großstädten. Auf dem Land setzt der rosa Riese auf die 800-Megahertz-Frequenz. Bis Ende 2012 soll Apples Smartphone aber trotzdem in 100 Großstädten in Deutschland auf das LTE-Netz zugreifen können. Kunden von Vodafone und O2 können mit iPhone und iPad bisher nicht über das 4G-Netz surfen.

Noch keine Auswahl LTE-Datentarifen

LTE-Datentarife für das neue Mini-Tablet aus Cupertino bietet in Deutschland demnach nur die Telekom an. Für den Zugang zum mobilen Hochgeschwindigkeits-Internet verlangt der Konzern einen Zuschlag von 9,95 Euro im Monat auf die „Complete Mobil“-Tarife, die zwischen 39,95 Euro und 99,95 Euro pro Monat kosten.

Je nachdem, welcher Tarif die Basis bildet, gewährt die Telekom unterschiedlich hohe Volumen für die Highspeed-Datenübertragung. Kunden der zwei günstigen Verträge Complete Mobil S und M erhalten 600 Megabyte, Besitzer eines Complete Mobil L-Vertrags können sich über zwei Gigabyte LTE-Volumen freuen – die Höchstgrenze bilden vier Gigabyte im Tarif Complete Mobil XL. Sobald diese Datenmengen aufgebraucht sind, surft das iPhone 5 nur noch mit UMTS-Geschwindigkeit.

HSDPA ist die schnelle Alternative

Wer bei diesen eher trüben Aussichten mit seinem iPad nicht zur Telekom wechseln will oder wegen fehlender Abdeckung keinen LTE-Zugang hat, muss die Hoffnung auf schnelles mobiles Surfen aber nicht aufgeben. Als Alternative steht die UMTS-Erweiterung HSDPA bereit. In ihrer höchster Ausbaustufe soll sie mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von maximal 337,5 MBit/s sogar noch schneller als das LTE-Netz sein. Bis es soweit ist, dürfte noch einige Zeit vergehen.

Trotzdem: Die Telekom und Vodafone haben ihre UMTS-Netze bereits auf Geschwindigkeiten von 42,2 MBit/s ausgebaut. O2 hat sich 28 MBit/s als Ziel gesetzt, E-Plus will flächendeckend 21,6 MBit/s erreichen.

Bei ihren Standard-Verträgen drosseln die Mobilfunkanbieter allerdings die Geschwindigkeit. Ohne zusätzlich gebuchte Optionen gewährt die Telekom bis zu 21,6 MBit/s, E-Plus/Base und O2 sind mit 7,2 MBit/s genauso knauserig wie Vodafone. Hier wird die Grenze nur im teuersten Flatrate-Tarif auf 14,4 MBit/s angehoben. Je nach Tarif drosseln die Anbieter ab einer verbrauchten Datenmenge von 200 Megabyte bis 2 Gigabyte die Übertragungsgeschwindigkeit auf GPRS-Niveau mit maximal 53,6 Kilobit pro Sekunde.

Bei Redaktionsschluss hatte noch kein Prepaid-Anbieter einen LTE-Tarif im Angebot. Als Alternative bleiben nur Surf-Flatrates übrig, die zwischen 10 und 20 Euro kosten und nach einem verbrauchten Datenvolumen von 100 Megabyte bis zu fünf Gigabyte die UMTS-Geschwindigkeit von maximal 7,2 MBit/s auf GPRS-Niveau reduzieren.

Fazit

Wer mit seinem mit seinem neuen, kleinen iPad oder dem iPhone 5 im LTE-Netz surfen will, kommt an der Telekom nicht vorbei. Der Bonner Konzern bietet in den Standard-Verträgen zusätzlich die schnellste UMTS-Geschwindigkeit. Bei den optional buchbaren Datenpaketen hatte Vodafone bei Redaktionsschluss mit einem zeitlich begrenzten Angebot die Nase vorn. Im Prepaid-Bereich ist noch kein LTE-Angebot in Sicht. Optional lassen sich Surf-Flatrates mit 100 Megabyte bis 5 Gigabyte Volumen vor der Drosselung hinzubuchen. Mehr als 7,2 MBit/s verspricht allerdings kein Anbieter.




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