iOS-Chef Forstall fliegt: Wie Tim Cook das Apple-Reich neu aufteilt

30.10.2012 von
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Es sind ereignisreichte Zeiten für Apple: Nachdem der Konzern in diesem Jahr ein neues Retina-Macbook, das neue iPad, das neue iPhone 5 und das iPad mini vorstellte, gab der Konzern am Montag umfangreiche Neuverteilungen im Management bekannt. Der Kopf hinter dem mobilen Betriebssystem iOS, Scott Forstall, verlässt den Konzern. John Browett, verantwortlich für das Retail-Geschäft, geht nach nur einem Jahr. Andere Apple-Veteranten gewinnen an Einfluss im Unternehmen.


Mit dem Abgang der wichtigen Manager geht eine Zusammenlegung diverser Unternehmensbereiche einher. Diese sind im Folgenden:

Jon Ive übernimmt neben dem Industrial Design auch die Sparte Human Interface. Das bedeutet, der Schöpfer von iPhone, iMac und iPad ist für den Look sämtlicher Produkte, ob Hard- oder Software, verantwortlich.

Eine clevere Lösung, die den appletypischen puristischen Look auch auf die Softwareebene übertragen dürfte. Apples nächstes Betriebssystem, ob iOS oder OS X, werden wohl ein grundlegendes optisches Update erfahren.

Eddy Cue übernimmt zusätzlich zu iTunes, dem App Store, iBooks und iAds sowie iCloud auch die Bereiche Siri und Maps. Cue ist ein Apple-Veteran und seit 22 Jahren für das Unternehmen tätig.

Und er leistet gute Arbeit: iTunes und der App Store sind Apples große Erfolgsgeschichte und mitverantwortlich für den Erfolg von iPhone und iPad. Das riesige Ökosystem aus Software, Musik, Filmen, Serien und Büchern beschert dem Konzern aus Cupertino immense Umsätze und lässt viele Kunden lieber zu Apple-Produkten greifen als ein Konkurrenzprodukt zu wählen.

Craig Federighi, bislang für die OS-X-Sparte verantwortlich, übernimmt auch das iOS-Segment. Ein logischer Schritt, schließlich nähern sich beide Systeme mit jedem Update an.

Von der Gestensteuerung bis zum App Store hat vor allem die Mobilsparte das Desktopsegment in der vergangenen Jahren immer stärker beeinflusst.

Bob Mansfield ist Cooks Mann für die Hardware. Dass Apples Produkte immer flacher, leichter und stromsparender werden und dabei Umweltstandards genügen, ist zu großen Teilen sein Verdienst.

Er soll eine neue Gruppe leiten: Technologies. Diese soll alle Teams, die sich mit Wireless- und Halbleiterthemen befassen, unter einem Dach bündeln. Dienste wie AirPlay dürften damit an Bedeutung gewinnen.

Ein Ersatz für John Browett wird bereits gesucht. Damit verlässt der Retail-Chef das Unternehmen nach nicht einmal einem Jahr.

Freiwillig dürfte sein Abgang wohl kaum sein. Es liegt nahe, dass beide Seiten unterschiedliche Auffassungen von der Ausrichtung der mächtigen Retail-Sparte hatten. Zuletzt hatte der Konzern auch immer wieder Probleme mit der flächendeckenden Verfügbarkeit von neu eingeführten Produkten.

Inwiefern lange Wartezeiten für iPhone und iPad ein Grund für den Abgang von Browett sind, lässt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht sagen. Fakt ist: Browettt war schon bei seinem früheren Arbeitgeber Dixons dafür bekannt, stärker auf Umsätze als Kundenzufriedenheit zu achten. Doch angesichts der immer stärkeren Konkurrenz braucht Apple zufriedene Kunden umso mehr.

Wohin es Scott Forstall verschlägt, ist noch unklar. Der iOS-Chef soll CEO Tim Cook bis zu seinem Abgang im kommenden Jahr beratend zur Seite stehen. Auch die Gründe für seinen Abgang sind unbekannt.

Die Tatsache, dass Federighi mit Ausnahme von Siri und Maps das iOS-Segment übernimmt, spricht allerdings Bände. Dass Forstall die Herausforderungen beim Aufbau eines Kartendienstes unterschätzt hat, durften Millionen von iPhone- und iPad-Nutzern nach dem Update auf iOS 6 miterleben.

Auch der Sprachassistent Siri befindet sich noch immer im Beta-Stadium, während die Konkurrenz sein Angebot an Spracherkennungsdiensten ausbaut. Aus Unternehmenskreisen heißt es außerdem, dass es in den vergangenen Monaten zunehmend schwieriger wurde, mit Forstall zu arbeiten.

 




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