Das Apple-Maps-Dilemma: die iPhone-Community als Ausweg?

26.9.2012 von
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Desaster in iOS 6 Maps

Apples Kartendienst hat noch einen langen Weg vor sich. Ein Blick in die Struktur des Dienstes macht klar, warum Straßen fehlen, Informationen veraltet sind und Bilder nicht richtig gerendert werden. Apple arbeitet unter Hochdruck, um den Service zu verbessern. Dabei müsste man nur die Millionen von Nutzern fragen. Ein Lösungsvorschlag.


Für einen guten Kartendienst sind zahlreiche Informationen nötig. Neben dem Kartenmaterial muss ein Anbieter auf der Höhe der Zeit unter anderem Satellitenbilder, Straßenansichten, einen Navigationsdienst sowie Informationen zu Sehenswürdigkeiten und Geschäften anbieten. Doch selbst in der digitalen Welt scheint das alte Sprichwort “Viele Köche verderben den Brei” noch zu gelten.

Apple hat diese Daten nicht selbst gesammelt, sondern kauft sie bei 31 unterschiedlichen Firmen und Organisationen ein – wie ein Blick ins Kleingedruckte der App offenbart. So stammt die Navigation von TomTom, Kartenmaterial kommt unter anderem von Openstreetmap, Intermap oder Waze. DigitalGlobe liefert Satellitenbilder, und Informationen sowie Bewertungen zu Gaststätten und Geschäften stammen von Yelp und Localeze.

Apple hat die Daten der 31 Unternehmen nicht auf seinen Servern liegen, die für iOS Maps zuständigen Server rufen die Daten je nach Bedarf bei den Partnern ab. Bei der Vielzahl der Schnittstellen wundert es kaum, dass immer noch viele Fehler bei der Datenverarbeitung auftreten.

User Generated Content als Ausweg

Die Stellenanzeigen aus Cupertino legen nahe, dass die Entwicklungsabteilung des Kartendienstes stark vergrößert werden soll. So will man schnellstmöglich die vielen Fehler beheben. Apple hat allerdings noch einen Trumpf im Ärmel: seine Nutzer. Über 100 Millionen iOS-Geräte wurden von ihren Nutzern auf iOS 6 aktualisiert. Diese könnte Apple als freiwillige Datenlieferanten einbinden, wie das US-Magazin Slashgear vorschlägt, und hätte selbst bei nur zehn Prozent Beteiligung eine weitaus größere Basis als das Open-Source-Projekt OpenStreetmap.

Das iPhone und das iPad eignen sich mit ihren GPS-Sensoren als Datenlogger für die Erstellung von Karten. Zudem können sie analog zu Streetview Bilder von den Straßen liefern, wobei besonders die neue Panorama-Funktion hilfreich wäre. Natürlich müssten die Nutzer auch bereit sein, den einen oder anderen falschen Eintrag an seinen richtigen Ort zu verschieben – wie es auch bei Google Maps in einem viel kleineren Rahmen immer noch nötig ist.




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