Verwirrung um Trojaner im Appstore: Was Sie tun können

6.7.2012 von
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Unter dem Namen “Find and Call” hat sich erstmals ein Trojaner in Apples Appstore eingeschleust. Die Schadsoftware sammelt ungefragt Nutzerdaten und gab sie weiter. Die Appstores der großen Zwei scheinen derzeit ein beliebtes Ziel für Hacker zu sein. Was Sie tun können.


Seit dem Start 2007 konnte sich Apple rühmen, einen virenfreien Appstore zu betreiben. Bis jetzt. Ein Trojaner macht sich derzeit in der App-Bibliothek breit. Die Anwendung “Find and Call” versprach eine besseres Kontaktemanagement. Nach dem Download forderte die Anwendung dazu auf, sich mit seinen Daten zu registrieren. Daraufhin speichert die Malware sämtliche Kontakte aus dem Adressbuch ab und verschickte wiederum SMS an die Nutzer, die die App herunterladen sollten.

Was mit den Daten passiert, ist unklar. Ferner forderte der Betreiber dazu auf, mit seinen PayPal-Daten Geld auf ein Konto in Singapur zu überweisen, wie Spiegel Online berichtet. Auch der Android-Store Google Play war von dem App-Trojaner befallen.

In den Kommentaren im Appstore selbst lassen die Nutzer ihrem Frust verständlicherweise freien Lauf. Schließlich trackte die Anwendung über GPS sogar den Nutzerstandort und speicherte ihn auf externen Servern. Die App verbreitet sich derzeit weiterhin, in erster Linie in Russland, weil stetig neue Nutzer SMS bekommen, die von einer vermeintlich vertrauenswürdige Quelle stammen.

Laut dem Antivirenhersteller Kasperky könnte eine Firma in Singapur dafür verantwortlich sein. Zumindest bittet die App darum, Geld auf das Konto eines “Wealth Creation Laboratory” zu überweisen, welches in Singapur ansässig ist.

Warum ist das so dramatisch?
Malware war in Googles Android-Appstore nicht ungewöhnlich. Apple selbst allerdings setzte hohe Standards an die Zulassung von Anwendungen in den Appstore. Fünf Jahre lang ging das gut.

Was können Sie tun, um solche Vorfälle zu vermeiden?
Reagieren Sie nicht auf App-Empfehlungen, die Sie via SMS erreichen. App-Betreiber, die so vorgehen, haben es immer auf ihre Daten abgesehen. Entweder, wie in diesem Fall, auf kriminelle Art und Weise, oder aber im Falle von Kostenlos-Apps, um über eine Masse von Kontakten nicht nur die Kosten für die Entwicklung einer Anwendung hereinzuholen, sondern im nächsten Schritt Gewinn durch den Verkauf von Nutzerdaten an Adresshändler zu machen.

Überlegen Sie also auch als Nutzer, ob Sie unbedingt Freunde und Kollegen auf diese Weise zu einer App einladen wollen. Denn damit geben Sie Daten an Dritte preis, ohne dass Ihr Umfeld die Chance hatte zuzustimmen.




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