Retina-Macbook: Displaydefekt führt zum Vollaustausch der Gehäuse-Oberseite

26.6.2012 von
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Dass das neue Macbook Pro mit Retina-Display kein Bastler-Gerät ist, das sich wie ein Formel-1-Auto auseinanderschrauben lässt, ist klar. Dass für den Austauschakku rund 200 Euro fällig werden, wussten wir. Doch wie wir in Erfahrung bringen konnten, wird der Austausch bei einem Display-Effekt weitaus aufwändiger – und kostspieliger.


Dass das Display direkt in das Gehäuse eingelassen ist, war uns spätestens seit dem Teardown von iFixit klar. Das bedeutet: Da keine Glasplatte mehr vorhanden ist, die das eigentliche Display im Rahmen hält, ist der Bildschirm direkt mit dem Aluminium-Gehäuse verbunden.

Wie wir im Rahmen einer Pressevorführung in Erfahrung bringen konnten, hat das zur Folge, dass im Falle eines Defektes das gesamte Macbook-Oberteil ausgetauscht werden muss. Das bedeutet: Gibt es einen Defekt im Display muss die gesamte Abdeckung samt Bildschirm und 720p-Facetime-Kamera ausgewechselt werden. Dasselbe gilt für einen Defekt der Videochat-Kamera selbst, deren Signalkabel sich direkt unter dem Display befindet.

Innerhalb der Apple-Care-Phase stellt das natürlich kein Problem dar. Liegt ein Garantiefall vor, wird der Austausch natürlich auf Kosten des Unternehmens vorgenommen. Anders sieht es aus, wenn der Schaden nach Verstreichen der Frist auftritt. Dann dürfte es teuer werden. Zur Höhe der Kosten äußerte sich Apple nicht.

Doch fraglos ist das hochauflösende Retina-Display das teuerste Bauteil am neuen Macbook Pro, wie der um 400 Euro gestiegene Preis für das Basimodell zeigt. So scheint die ultraflache Bauweise von nur 1,8 Zentimetern auch ihre Nachteile zu haben. Keinesfalls bei der Benutzung, aber im Schadensfall.

Weil der Akku etwa im Gehäuse verklebt ist, fallen außerhalb der Garantiezeit 199 Euro für den Austauch an. Wer Apple-Geräte nutzt, weiß, wie selten ein Garantiefall eintritt. Und dennoch dürfte die “Airisierung” der Macbook, die optischen Anpassung an die Flunder Macbook Air, auch für Apple einen enormen Kostenappart bedeuten, wenn sich Schadensfälle häufen. Austauschen käme fraglos billiger als ersetzen.

Drücken wir einmal allen Beteiligten, sowohl Apple als auch den Kunden, die Daumen, dass das neue Retina-Macbook den Standards an Langlebigkeit und Robustheit dauerhaft gerecht wird, die wir von seinen Vorgängern gewohnt sind.

 




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