Macbook Pro: Apples Liebeserklärung an die Profis oder Warum der hohe Preis eine gute Wahl ist

13.6.2012 von
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Das neue Macbook Pro ist ganz schön teuer. Zurecht, finden wir. Mit dem neuen Flaggschiff-Notebook  setzt Apple ein klares Statement für Profi-Anwender und schließt Consumer wohl überlegt aus. Denn die sitzen immer noch einem Irrglauben auf.


Apples neues Macbook Pro ist voll auf Speed: Quad-Core Intel Core i7 Prozessoren mit bis zu 2,6 GHz, ein Retina-Display mit 5,1 Millionen Pixeln, 8 GB 1600 MHz Arbeitsspeicher und 512 GB Flashspeicher. All das untergebracht in einem Gehäuse, das mittlerweile beinahe so schmal wie das des Macbook Air ist.

So viel Power und aufwändiges Design hat seinen Preis: 2269 Euro kostet das günstigste Modell mit 15 Zoll. Eine stolze Summe. Wer soll das bezahlen? Diese Frage stellten sich viele Nutzer nach der Keynote. Immerhin ist das neue Macbook damit 400 Euro teurer als das Vorgängermodell.

Hohe Preis für hohe Anforderungen

Die kristallklare Antwort: Profis. Nutzer, die auf ein hochaufgerüstetes Notebook angewiesen sind und allein aufgrund der gesparten Arbeitszeit und dem Wettbewerbsvorteil eines Retina-Displays zugreifen werden. Menschen, die aufgrund ihrer Tätigkeiten solch hohen Summen auch abschreiben können.

Apple formulierte es zwar nicht so deutlich auf der WWDC-Keynote, immerhin will man den Consumer nicht vergraulen. Doch die angeführten Beispiele machen es deutlich. Man hätte das Gerät problemlos als Gamingboliden positionieren können. Doch Tim Cook und Co. zeigten keine einzige Spielanwendung auf der Bühne des Moscone Centers in San Francisco. Und das war wohl überlegt.

Auf seiner Homepage erklärt das Unternehmen zum Retina-Display“Du siehst mehr Bild auf dem Display und kannst daher Bilder noch präziser bearbeiten. Verglichen mit einem normalen 15″ MacBook Pro Display hast du jetzt 4x so viele Pixel und siehst Details und Texturen wie nie zuvor. Das Retina Display ist sogar so scharf, dass du schon in den Miniaturen sehen kannst, welche Bilder scharf sind.”

Zum Thema Videoschnitt heißt es: “Prozessor, Grafik und Arbeitsspeicher im neuen MacBook Pro basieren auf einer Flash-Architektur und bieten damit ganz neue Möglichkeiten für den Videoschnitt unterwegs. Der Flash-Speicher reagiert blitzschnell und liefert bis zu neun 1080p ProRes (HQ) Streams für den Multicam-Schnitt in Final Cut Pro X.”

Zu Design und Layout formuliert der Konzern: “Das neue MacBook Pro ist das ultimative Designstudio. Die Auflösung beim Retina Display ist mit 2880 x 1800 Pixeln so hoch, dass es selbst Ausdrucken Konkurrenz macht. Die Kombination aus hohem Kontrast, geringen Blendeffekten und einem Betrachtungswinkel von 178 Grad macht dieses Retina Display ideal für deine Arbeit.”

Auch Akademiker werden angesprochen: “3D Molekularmodelle und DNA-Bilder oder Rendering von Architekturmodellen und strukturelle Analysen – mit dem neuen MacBook Pro lassen sich Dinge erledigen, die bisher nur auf einem Desktopcomputer möglich waren.”

Totale Verzerrung: “Pro” um des “Pro” Willen

Das neue MBP richtet sich also an Fotografen, VJs, Grafiker und die Wissenschaft. Seine Nutzer nach dem Preis zu selektieren, hört sich erst einmal unverschämt an. Doch mit Blick auf mein Umfeld, in dem viele Menschen Apple-Geräte nutzen, hat schon vor langer Zeit eine Verzerrung eingesetzt. Menschen, die aufgrund ihrer Tätigkeiten nicht annähernd die Fähigkeiten eines MBP ausnutzen würden, griffen trotzdem beherzt ins Regal. Denn wer wollte schon noch das schnöde Einsteiger-Gerät, wenn es ein “Pro”-Modell gibt. Gleichzeitig war das Macbook Air vielen noch zu langsam.

So sah ich mich als Journalist, der teilweise auch Videos schneidet, Bilder bearbeitet und InDesign nutzt, in der kuriosen Situation, dass ich weiterhin bestens mit meinem regulären Macbook arbeitete, während viele Personen aus meinem Umfeld auf einem teuren Pro-Modell surften, Videos schauten und maximal Texte verfassten. Dass eben genau diese Nutzer Apple eine unverschämte Preispolitik vorwerfen, versteht sich.

Mit einem Preis über 2000 Euro dürften das neue “Pro”-Modell nun eindeutig nur noch für Profis in Frage kommen – oder maximal noch gut betuchte Consumer. Und diese Käufersparte weiß um die Vorteile des neuen MBPs.

Den Consumern sei derweil das Macbook Air ans Herz gelegt. Mit einem 1,8 GHz Dual-Core Intel Core i5 Prozessor mit 2,8 GHz und 4 GB Arbeitsspeicher ist das ultraflache Gerät immer noch übermäßig gut bestückt für Heimanwendungen. Wenn man sich denn der Meinung loseisen kann, dass ein “Pro” doch immer die bessere Wahl sei…





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