Neue iPhone-Spots: Warum die Konkurrenz einen Sprachfehler hat

1.11.2011 von
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Werbung Asus PadFoneApples neue Werbespots für das iPhone 4S machen deutlich: Während andere Konzerne noch ihre Bildsprache suchen, hat Apple seinen puristischen Ansatz “Just the product” perfektioniert. Während Konkurrenten wie Samsung und Asus eine klare Linie missen lassen, hat Apple mit dem Launch seines ersten iPhones eine unverwechselbare Bildsprache gefunden.



Man mag mich einen Fanboy nennen. Aber die neuen Werbespots zum iPhone 4S sind mit Abstand das Beste, was Apple in den letzten Jahren auf Film gebannt hat. In drei neuen Spots bewirbt das iPhone 4S. Allen ist eines gemein: Sie zeigen in jeder Einstellungen das Produkt. Mit einer klaren Bildsprache braucht es eigentlich nicht einmal die Einblendung eines Logos oder des Firmennamens – eine Apple-Anzeige erkennt man sofort.

Mit Beginn seiner “Think different”-Kampagne hat der Konzern aus Cupertino stetig sein Look “verschlichert”. Auf den legendären “1984”-Clip und viele Werbespots, die das Andersdenken propagierten, folgte die kunterbunte Trendwende mit den ersten iPod-Spots.

Endgültig abgelöst von der ersten TV-Werbung für das iPhone.

Während Apple sich bildsprachlich auf eine Form eingeschworen hat, scheint die Konkurrenz ihre Stimme noch nicht gefunden zu haben. Nur ein Beispiel: Hat Samsung sein Galaxy Tab noch in bester Zeig-so-viele-Features-wie-nur-geht-in-einem-Spot-Manier beworben, lässt der aktuelle Spot für das Galaxy S2 das Produkt bis zur letzten Einstellungen missen.

Bis dahin war mir nicht klar, ob es sich um die Werbung einer Versicherung oder eines Handcreme-Herstellers handelt. Wüsste ich es nicht besser, würde ich dahinter niemals Samsung vermuten.

Ähnlich hält es Asus mit seinem Spot für das Padfone. Nach dem zweiminütigen Spot könnte man meinen, der Slogan laute “Kauf Dir ein Padfone, dann klappt’s auch mit den Frauen”. Der Konzern kann sich schlicht nicht entscheiden, wie er sein Produkt verkaufen will.

Mit seinem Superbowl-Spot für das Tablet Xoom sorgte Motorola für ordentlich Aufsehen. Die Story: Während gleichgeschaltete Apple-Jünger im weißen Einheitlook in dieselbe Richtung strömen, sorgt der Xoom-User für ein wenig Farbe im Leben der Menschen und durchbricht das digitale Utopia.

Wenn auch wunderbar umgesetzt, wirkt die Message des Spots wie ein beleidigtes “Ätschibätsch” und dürfte etliche iPad-User eher vor den Kopf gestoßen als zum Kauf eines Motorola-Tablets bewogen haben. Um es einmal klarzustellen: An all diesen Spots gibt es handwerklich nicht das Geringste auszusetzen. Damit Werbung funktioniert, braucht eine Marke, braucht ein Produkt einen hohen Wiedererkennungswert. Wechselt ein Unternehmen seine Bildsprache immer wieder aufs Neue, ist dieser Wiedererkennungswert recht gering.

Apple scheint diesen Grundsatz als eines der wenigen Unternehmen in der IT-Branche verstanden um im Laufe der vergangenen Jahre perfektioniert zu haben. Apple-Spots sind kurz, präzise, unaufgeregt und zeigen permanent das Produkt. Ein recht konservativer Ansatz. Ein wenig mehr Konservativität und etwas weniger Experimentierfreudigkeit würden der Konkurrenz gut zu Gesicht stehen.

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