Appstore – ein Eldorado für Raubkopierer?

18.7.2011 von
 

Mac App Store

Raubkopien von Filmen sind nichts Neues. Aber wussten Sie, dass Apple und App-Entwicklern durch illegal verbreitete Software Millionen Dollar Einnahmen verloren gehen? Schuld sind nicht nur die Hacker. Apple verzichtet auf einen übergreifenden Rechteschutz. Entwickler vergessen oft die Installation wichtiger Sperren.



Jüngstes Opfer ist der Game-Developer GAMEized. Dessen aktuelle App “Fingerkick” ist laut Apples GameCenter ein Erfolg. Schon nach einigen Tagen wären dort rund 17.000 Spieler gelistet gewesen, wie MacNews berichtet. Dabei hat das 79-Cent-Spiel in dieser Zeit nur 800 Dollar eingespielt. Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Doch ein Großteil der Gamer hatten sich die App auf illegalem Weg beschafft.

Schon 2009 machten Entwickler ähnlich Erfahrungen. Die Entwickler des iPhone-Spiels „Tap Fu“ wollten es genauer wissen und verpassten ihrer App eine „Piraten-Flag“. Anhand dieses Code-Anhängsels lässt sich nachvollziehen, ob User eine App regulär gekauft oder raubkopiert haben. Das Ergebnis war ernüchternd: Rund 80 Prozent aller Highscore-Meldungen stammten von illegalen Kopien. Obwohl die App schon für ein paar Cents zu haben war.

Mac App Store ist Hackers Liebling
Doch auch im jüngeren Mac App Store scheinen Hacker leichtes Spiel zu haben. Schon kurz nach dem Launch deckten Unbekannte eine Sicherheitslücke auf. Dabei soll es gleich mehrere Möglichkeiten geben, Apps zu manipulieren und weiterzuverbreiten. Die einfachste Variante: Im Prinzip verwenden Hacker offenbar die Signatur kostenloser Programme aus dem Mac App Store und setzen diese bei den kostenpflichtigen Programmen. Eine automatisierte Software soll es ebenfalls bereits geben, die aber nicht veröffentlicht werden soll.

Wie hoch der entstandene Schaden für die Entwickler und Apple, das als Appstore-Betreiber 30 Prozent Verkaufsprovision erhält, ist, lässt sich nicht erfassen. Es existieren lediglich geschätzte Dunkelziffern. Die US-Analysten-Webseite 24/7 Wall Street schätzt, dass durch Raubkopien seit der Eröffnung des AppStore im Juli 2008 bis zum Januar 2010 den Entwicklern und Apple insgesamt ein Schaden 450 Millionen Dollar entstanden sein soll.

Geschätzte 450 Millionen Dollar Verlust in 2010
Laut Analystenmeinung liegt die Raubkopie-Rate bei ungefähr 75 Prozent liegen. Schenkt man den Schätzungen glauben, sollen Apple dadurch 150 Millionen Dollar entgangen sein. Den Entwicklern sogar 310 Millionen Dollar. Offenbar sind beide Parteien teilweise selbst schuld an der Misere. Statt auf eine vollständige Verschlüsselung zu setzen, rät Apple Entwicklern im Mac App Store lediglich, in ihren Programmen die beim Kauf erhaltene elektronische Bezahlquittung in mehreren Schritten zu verifzieren. Wie bei Musik, verzichtet Apple bei Apps auf einen DRM-Schutz. Entwicklern ist es selbst überlassen, ihre Programme entsprechend zu schützen.

Die Webseite ahaDesign erklärt, wie Hacker die Schwachstelle ausnutzen: “Wird also eine Receipt-Prüfung nicht verlangt, kann man sich leicht eine kostenlose Applikation herunterladen. Diese kostenlose Anwendung zieht man dann in das Package einer teuren Applikation und kann diese dann illegaler Weise einfach ausführen. Damit das funktioniert, muss der Raubkopierer allerdings vorher eine nicht personalisierte Kopie haben.”

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